Wie können innovative Technologien schneller für unsere Bundeswehr nutzbar gemacht werden? Welche Voraussetzungen braucht die Industrie, um ihre Produktionskapazitäten auszubauen und wichtige Ausrüstung zuverlässig und in ausreichender Stückzahl zu liefern? Diese Fragen standen im Mittelpunkt meines Unternehmensbesuchs bei STAHLKONTOR in Hagen am 19. Oktober 2026.
Das Unternehmen blickt auf eine mehr als 100-jährige Geschichte zurück und hat sich vom klassischen Stahlhandel zu einem hochspezialisierten Systemlieferanten entwickelt. Heute fertigt STAHLKONTOR unter anderem Schutz- und Panzerungskomponenten für militärische Fahrzeuge sowie hochpräzise Bauteile für die Luftfahrt, den Schienenfahrzeugbau und weitere Industriezweige. Dabei setzt das Unternehmen auf moderne Fertigungstechnologien und eigene patentierte Verfahren.
Einblicke in die Entwicklung einer neuen Drohnenplattform
Besonders interessant war für mich die Besichtigung der Drohnenfertigung. STAHLKONTOR arbeitet an einer in Deutschland entwickelten und produzierbaren Drohnenplattform, die auf einer eigenen patentierten Technologie basiert.
Das Konzept sieht eine Drohne mit einer Spannweite von weniger als 2,5 Metern vor, die für unterschiedliche Einsatzanforderungen ausgelegt werden kann. Ein wesentliches Ziel ist es, die Produktion so zu gestalten, dass die Systeme kosteneffizient, in hoher Stückzahl und mit möglichst kurzen Lieferzeiten hergestellt werden können.
Die Entwicklung zeigt beispielhaft, welche Innovationskraft in unserer heimischen Industrie steckt. Gerade angesichts der veränderten sicherheitspolitischen Lage kommt es darauf an, neue Technologien nicht nur zu entwickeln, sondern sie auch möglichst schnell in die praktische Anwendung zu bringen.
Produktionskapazitäten ausbauen und Lieferzeiten verkürzen
Als Mitglied des Verteidigungsausschusses beschäftige ich mich intensiv mit der Frage, wie wir die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas nachhaltig stärken können. Dazu gehören höhere Investitionen in unsere Bundeswehr. Ebenso entscheidend ist aber, dass die bestellte Ausrüstung tatsächlich schnell produziert und termingerecht geliefert wird.
Dafür muss es gelingen, industrielle Produktionskapazitäten auszubauen und Fertigungsprozesse stärker auf größere Stückzahlen auszurichten. Der Übergang von einer eher manufakturartigen Fertigung zu einer leistungsfähigen Serienproduktion stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen.
Im Gespräch mit den Geschäftsführern Heiko Drawe und Marcus Zeumer ging es deshalb auch um die Rahmenbedingungen für industrielle Innovationen, die Möglichkeiten zur Skalierung der Produktion und die Bedeutung verlässlicher Lieferketten.
Ein weiterer wichtiger Faktor sind qualifizierte Fachkräfte. Moderne Fertigungsverfahren erfordern spezialisiertes Wissen und kontinuierliche Weiterbildung. Mit der Gründung einer eigenen Academy hat STAHLKONTOR im Jahr 2026 einen weiteren Schritt unternommen, um die berufliche Aus- und Weiterbildung zu stärken.
Heimische Industrie als wichtiger Partner unserer Sicherheit
Der Besuch hat mir erneut gezeigt, wie eng Wirtschafts-, Industrie- und Sicherheitspolitik miteinander verbunden sind. Unternehmen wie STAHLKONTOR leisten mit ihrer technologischen Kompetenz einen wichtigen Beitrag zur industriellen Leistungsfähigkeit Deutschlands.
Für mich ist klar: Wenn wir unsere Bundeswehr besser ausstatten und unsere Verteidigungsfähigkeit stärken wollen, müssen wir auch die Innovationskraft unserer Unternehmen nutzen und ihnen die notwendigen Rahmenbedingungen für Investitionen und Wachstum bieten.
Dabei ist mir der direkte Austausch vor Ort besonders wichtig. Nur wenn wir die Herausforderungen der Unternehmen kennen, können wir politische Entscheidungen treffen, die in der Praxis funktionieren.
Ich bedanke mich herzlich bei den Geschäftsführern Heiko Drawe und Marcus Zeumer für das offene Gespräch, die interessanten Einblicke in die Produktion und die Gelegenheit, die aktuellen Entwicklungen des Unternehmens näher kennenzulernen.

