Balance zwischen Neutralität und Gedenken: Bettina Lugk kritisiert IOC-Entscheidung zum Helm von Heraskewytsch

© Die Hoffotografen GmbH

Die sportpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Bettina Lugk, hat in der Debatte um das Verbot eines Gedenkhelms durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) einen sensibleren Umgang gefordert. Hintergrund ist der ukrainische Skeletonfahrer Wladyslaw Heraskewytsch, der einen mit Portraitaufnahmen versehenen Helm als Zeichen des Gedenkens an seine Teamkolleginnen und Teamkollegen, die im Krieg Russlands gegen die Ukraine gefallen sind, tragen wollte. Das IOC verwies auf seine Neutralitätsregeln und untersagte politische Botschaften im Wettkampf.

„Nach meiner Auffassung stand hier in erster Linie das Gedenken der gefallenen Sportkameradinnen und Sportkameraden im Vordergrund und keine vordergründige politische Botschaft“, erklärte Lugk. Der Helm habe vor allem für die Opfer gestanden; dass darin eine politische Aussage gesehen werde, sei vor allem den Umständen ihres Todes – dem völkerrechtswidrigen Krieg Russlands gegen die Ukraine – geschuldet.

„Wir müssen anerkennen, dass im internationalen Sport nahezu jedes Symbol auch politisch interpretiert werden kann – je nach Perspektive derjenigen, die es betrachten. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass jede Form des Gedenkens eine politische Aktion ist.“, sagte die SPD-Bundestagsabgeordnete.

Kritisch äußerte sich Lugk zur Auslegung der IOC-Regeln: „Wenn selbst Zeichen der Trauer und Erinnerung pauschal als unzulässige politische Botschaften gewertet werden, besteht die Gefahr, dass menschliche Anteilnahme hinter formalen Vorgaben zurücktritt.“ Neutralitätsregeln seien wichtig, dürften jedoch „nicht zu einer Empathielücke im Sport führen“. Sicher sei jedoch, dass die Entscheidung eines jungen Athleten, seiner gefallenen Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu gedenken, keinesfalls eine Frage von Vernunft oder Unvernunft sei, gibt Lugk mit Blick auf die Haltung des DOSB zu bedenken.

Der Fall zeige, wie schwierig die Balance zwischen politischer Neutralität und gesellschaftlicher Realität sei. „Gedenken ist zunächst ein menschlicher Akt. Dass ihm eine politische Dimension zugeschrieben wird, liegt oft stärker im Blickwinkel der Beobachter als in der Intention der Athletinnen und Athleten selbst.

Start der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo! 🇮🇹

Heute gehen die ersten Wettbewerbe der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo an den Start! 🇮🇹 Den Auftakt für Team Deutschland machen die Eishockey-Frauen mit ihrem Spiel gegen Schweden. 🏒 Morgen Abend folgt dann die große Eröffnungsfeier. 🌟

Für die Athletinnen und Athleten sind die Spiele das Ziel, auf das sie mit jahrelangem Training, mit Disziplin und mit Leidenschaft hinarbeiten. Hinter jedem Start steckt enorme Arbeit und der unbedingte Wille, das Beste zu geben.
Ich drücke allen Sportlerinnen und Sportlern fest die Daumen: Genießt die besondere Atmosphäre, habt Erfolg und Freude und sammelt unvergessliche Erfahrungen und neue Freundschaften! 🤝

Die Sporthilfe zu Gast im Sportausschuss

In der gestrigen Sitzung des Sportausschusses hatten wir die Deutsche Sporthilfe zu Gast. Die Sporthilfe fördert seit über 55 Jahren Sportlerinnen und Sportler beim Erreichen ihrer Ziele.

Mit Thomas Berlemann haben wir unter anderem über die Vereinbarkeit von Spitzensport und Ausbildung sowie über das Programm Come back stronger gesprochen:

Im #comebackstronger-Team werden Athletinnen und Athleten unterstützt, die ihren aktuellen Kaderstatus wegen einer längeren Verletzungspause nicht halten können. Für den Zeitraum ihres Ausfalls erhalten sie über diese Förderung die gleichen finanziellen und ideellen Leistungen wie zuvor in ihrer jeweiligen Förderstufe. Auch im Falle einer Schwangerschafts- bzw. Elternzeitpause kommt die #comebackstronger-Förderung zum Tragen.

Für die Athletinnen und Athleten im Olympia- und Paralympicskader leistet die Sporthilfe den wesentlichen Beitrag, damit unsere Athleten sich bestmöglich auf die Olympischen und paralympischen Spiele vorbereiten können.