Bettina Lugk besucht Kostal Solar Electric in Hagen – Austausch über Zukunft der Solarindustrie und zur möglichen Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Die heimische Bundestagsabgeordnete Bettina Lugk hat die Produktionsstätte des Unternehmens KOSTAL Solar Electric in Hagen besucht. Das Unternehmen gehört zur international tätigen KOSTAL Gruppe mit Hauptsitz in Lüdenscheid, das zugleich Teil des Betreuungswahlkreises der Abgeordneten ist. Im Mittelpunkt des Besuchs stand ein Austausch über die aktuelle Situation der Solarindustrie sowie über die geplanten Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Bei dem Termin erhielt die Abgeordnete Einblicke in die Produktion von Wechselrichtern, einer Schlüsseltechnologie der Energiewende. Wechselrichter wandeln den von Photovoltaikanlagen erzeugten Gleichstrom in netzfähigen Wechselstrom um und sind damit ein zentrales Bindeglied zwischen Solaranlage, Stromnetz und Verbrauchern. Moderne Geräte übernehmen darüber hinaus wichtige Funktionen für Netzstabilität, Energiemanagement und Datenauswertung.

An dem Austausch nahmen Dr. Manfred Gerhard (CEO Kostal Industrie Elektrik), Frank Henn (CEO Kostal Solar Elektrik), Manuel Bunge-Altenberg (Vorsitzender Kostal-Betriebsrat) sowie Alexandra Klaas (stellv. Vorsitzende Kostal-Betriebsrat) teil. Das Unternehmen hatte die Abgeordnete eingeladen, um über mögliche Auswirkungen der aktuell im Bundeswirtschaftsministerium diskutierten Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu sprechen.

Nach den bislang bekannt gewordenen Plänen könnten Förderregelungen für neue kleinere Photovoltaikanlagen deutlich verändert werden. Diskutiert wird unter anderem der Wegfall der Einspeisevergütung sowie zusätzliche Anforderungen für Anlagenbetreiber.

Dr. Manfred Gerhard erläuterte im Gespräch, dass solche Änderungen die Wirtschaftlichkeit vieler Photovoltaik-Anlagen negativ beeinflussen würde. Dies könne die Nachfrage nach neuen Anlagen spürbar bremsen. Für Unternehmen in Deutschland entstünde dadurch ein Wettbewerbsnachteil im internationalen Marktumfeld und die Produktion würde wirtschaftlich unter Druck geraten.

Manuel Bunge-Altenberg verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Beschäftigten in der Branche. In der deutschen Solarindustrie arbeiten derzeit rund 100.000 Menschen. Sollten sich die politischen Rahmenbedingungen verschlechtern, könnten aus seiner Sicht perspektivisch auch Arbeitsplätze in Teilen der Branche unter Druck geraten.

„Die Energiewende ist nicht nur ein zentraler Baustein für den Klimaschutz, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber“, betonte Bettina Lugk. „Gerade in industriellen Kernbereichen wie der Produktion von Wechselrichtern sollten wir sehr genau hinschauen, welche Auswirkungen politische Entscheidungen auf Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Deutschland haben.“

Ein weiteres Thema des Gesprächs war die Frage nach der Sicherheit kritischer Infrastruktur. Die Stromversorgung gehört zur kritischen Infrastruktur eines Landes. „Wenn wir über Energiesicherheit sprechen, müssen wir auch darüber nachdenken, wie abhängig wir bei zentralen Technologien von außereuropäischen Herstellern sein wollen“, so Lugk. „Wir prüfen in anderen sensiblen Bereichen, wie z. B. unserem Mobilfunknetz, sehr genau, welche Technologien in unseren Netzen eingesetzt werden. Diese Fragen sollten wir auch bei zentralen Komponenten unserer Energieversorgung im Blick behalten.“

Dabei spiele auch der Umgang mit Energiedaten eine Rolle. Systeme zur Steuerung und Auswertung von Stromerzeugung und -verbrauch verarbeiten große Datenmengen. Europäische Anbieter unterliegen dabei den hiesigen Datenschutz- und Sicherheitsstandards und betreiben ihre Server in der Regel innerhalb Europas.

Mit Blick auf die aktuellen politischen Diskussionen erklärte Lugk: „Die Vorschläge aus dem Bundeswirtschaftsministerium werden wir uns im parlamentarischen Verfahren sehr genau ansehen und gemeinsam mit dem Koalitionspartner beraten. Für uns als SPD-Bundestagsfraktion ist klar: Rückschritte beim Ausbau der erneuerbaren Energien oder Maßnahmen, die Investitionen in Photovoltaik erschweren, sehen wir kritisch. Die Energiewende muss weiterhin verlässlich, wirtschaftlich und sozial ausgewogen gestaltet werden und darf keine Arbeitsplätze gefährden.“

„Der Austausch bei Kostal habe deutlich gemacht, wie wichtig stabile politische Rahmenbedingungen für Unternehmen und Beschäftigte sind“, so Lugk.