Wie können Bundeswehr, Politik und Verwaltung ihre Verantwortung in der Zeitenwende wahrnehmen?

Presseinformation der Bezirksregierung Arnsberg

Zum zweiten Mal feiert Deutschland rund um den 15. Juni den Nationalen Veteranentag. Dieser beruht auf einem Beschluss des Deutschen Bundestages und wird seit 2025 von der Bundesregierung ausgerichtet. Er würdigt die Leistungen aller ehemaligen und aktiven Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten und stärkt das Band zwischen ihnen und der Gesellschaft. Bei der Bezirksregierung wurde der Tag auf Initiative von Regierungspräsident Heinrich Böckelühr mit einer Podiumsdiskussion zur Fragestellung „Zeitenwende gestalten – Welche Verantwortung tragen Bundeswehr, Politik und Gesellschaft?“ gestaltet. Gut 80 Mitarbeitende der Bezirksregierung Arnsberg verfolgten die Diskussion am Montag, 15. Juni 2026, mit großem Interesse.

Nach der Begrüßung durch Regierungspräsident Heinrich Böckelühr tauschten Generalmajor Michael Hogrebe, stellvertretender Kommandeur des Air Component Command in Kalkar, Bettina Lugk, Mitglied des Bundestags aus Iserlohn und stellvertretende Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Dr. Dirk Freudenberg von der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung in Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie Marcel Purtz, Regierungsrat bei der Bezirksregierung Arnsberg sowie aktiver Reservist, ihre Erfahrungen und Einschätzungen zur Zeitenwende aus.

„Anerkennung und Wertschätzung für unsere Soldaten kann nicht auf einen Tag im Jahr beschränkt sein. Der nationale Veteranentag setzt jedoch ein wichtiges und sichtbares Zeichen. Zugleich verdient auch der Dienst all jener Anerkennung, die sich in ziviler Verantwortung für unsere Gesellschaft einsetzen“, betont Regierungspräsident Heinrich Böckelühr.

Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer – auch in ihren unterschiedlichen Rollen –, dass die Verankerung der Bundeswehr als notwendiges und akzeptiertes Element in Staat und Gesellschaft in der Bevölkerung eine wichtige und sensible Aufgabe ist. Hier sind nach Einschätzung der Diskutanten Politik, Verwaltung und die Bundeswehr selbst gefordert, eine sachliche aber auch ehrliche Diskussion insbesondere über die Wehrpflicht anzustoßen und zu führen. Generalmajor Michael Hogrebe betonte, dass die Information und die Aufklärung der Bevölkerung über militärische Maßnahmen sensibel, offen und realistisch erfolgen müsse. Auch für Marcel Purtz als Reserveoffizier ist die Diskussion über die sowohl im militärischen Bereich und im zivilen Sektor notwendigen Maßnahmen in der Kommunikation gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern eine wichtige Aufgabe.

Bei der Verwendung und Umsetzung der zur Verfügung stehenden Mittel aus dem Sondervermögen zur Ertüchtigung der Bundeswehr sah die Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende des Verteidigungsausschusses Bettina Lugk die dringende Notwendigkeit der zügigen Verausgabung der zur Verfügung stehenden Mittel als große Herausforderung für die Industrie. Vergaberechtliche Hindernisse stünden hier oft einer zügigen Beschaffung im Wege. Für Dr. Dirk Freudenberg ist die Stärkung der zivilen Seite der Verteidigung eine vorrangige Aufgabe. Die zivile Alarmplanung müsse auf allen Ebenen dringend weiter aufgebaut werden.

Der Überflug eines „Eurofighters“ vom Luftwaffenstützpunkt Nörvenich vor Beginn der Veranstaltung über Arnsberg und die Kommunen des Hochsauerlandkreises war sichtbarer Ausdruck der Präsenz und der Bedeutung der Bundeswehr.