Schäferinnen und Schäfer leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft und zum Schutz der Artenvielfalt. Welche Herausforderungen mit ihrer Arbeit verbunden sind, darüber habe ich mich bei einem Besuch der Schäferei Golz & Büttner in Iserlohn-Hennen informiert.
Festes Schuhwerk war angesagt, als ich mich mit Thomas und Ronja Golz auf den Weg über die Schafweide machte. Bei herrlichem Herbstwetter hatte ich die Gelegenheit, einen Einblick in den Arbeitsalltag der Schäferei zu bekommen und mich mit den beiden über die aktuellen Herausforderungen ihres Berufsstandes auszutauschen.
Die Schäferei Golz & Büttner verbindet traditionelle Wanderschäferei mit aktiver Landschaftspflege. Die Herden sind auf unterschiedlichen Weideflächen unterwegs und tragen dazu bei, wertvolle Grünflächen zu erhalten, eine Verbuschung zu verhindern und Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten zu schützen.
Wirtschaftliche Herausforderungen und politische Rahmenbedingungen
Im Mittelpunkt unseres Gesprächs standen die wirtschaftliche Situation der Schäfereibetriebe und die politischen Rahmenbedingungen für die Weidetierhaltung.
Steigende Kosten, umfangreiche Dokumentationspflichten, Fragen des Herdenschutzes und die Unsicherheit über die zukünftige EU-Agrarförderung stellen viele Betriebe vor große Herausforderungen. Besonders wichtig ist dabei die Frage, wie die Leistungen der Schäferinnen und Schäfer für den Natur- und Landschaftsschutz angemessen honoriert werden können.
Für mich steht fest: Wer mit seiner täglichen Arbeit einen so wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft leistet, muss davon auch leben können. Dafür braucht es verlässliche Förderbedingungen, weniger Bürokratie und eine stärkere Anerkennung der gesellschaftlichen Leistungen der Weidetierhaltung.
Internationales Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums
Besondere Aufmerksamkeit erhält die Schäferei in diesem Jahr auch auf internationaler Ebene. Die Vereinten Nationen haben 2026 zum „Internationalen Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums“ erklärt. Damit soll die Bedeutung der Weidetierhaltung für Ernährungssicherung, Artenvielfalt, Klimaschutz und den Erhalt unserer Kulturlandschaften stärker ins Bewusstsein gerückt werden.
Auch der Hirtenzug 2026 macht auf die Situation der Schäferinnen und Schäfer aufmerksam. Im August führte dieser mit rund 240 Schafen der Familie Golz durch Letmathe. Mit der bundesweiten und europäischen Aktion setzen sich die Beteiligten für bessere politische Rahmenbedingungen und eine angemessene Honorierung ihrer Arbeit ein.
Vierbeiniger Herdenschützer Obelix
Bei meinem Besuch durfte ich auch Obelix kennenlernen. Der imposante Herdenschutzhund hat eine wichtige Aufgabe: Er passt auf die Schafe auf und nimmt seine Verantwortung sehr ernst. Für eine kleine Streicheleinheit war aber auch noch Zeit.
Gerade solche Begegnungen machen Besuche vor Ort für mich besonders wertvoll. Sie vermitteln nicht nur einen Eindruck von den Arbeitsbedingungen, sondern zeigen auch, wie viel Erfahrung, Verantwortung und Leidenschaft hinter der täglichen Arbeit steckt.
Ich bedanke mich herzlich bei Thomas und Ronja Golz für das offene Gespräch, die interessanten Einblicke und die Gelegenheit, ihre Arbeit unmittelbar auf der Schafweide kennenzulernen.
Die vielen Anregungen aus unserem Austausch nehme ich gerne für meine weitere politische Arbeit mit.


