Statement Bettina Lugk: Mutmaßliche politische Einflussnahme Trumps auf FIFA-WM

Wer die Regeln des Sports dem politischen Kalkül unterordnet, beschädigt das Vertrauen von Millionen Fußballfans weltweit!

Sollte sich bestätigen, dass eine sportliche Entscheidung nach politischer Einflussnahme aus dem Weißen Haus revidiert wurde, wäre das ein fatales Signal, für den Fußball und weit darüber hinaus.

Als Fußballfan fehlt mir für ein solches Vorgehen jegliches Verständnis. Entscheidungen auf dem Platz und im Regelwerk dürfen nicht davon abhängen, wer den Hörer in die Hand nimmt oder welchen politischen Einfluss ein Gastgeberstaat ausüben kann. Die Autonomie des Sports ist keine politische Verhandlungsmasse.

Die FIFA betont regelmäßig ihre Unabhängigkeit und den Grundsatz der politischen Neutralität. Umso schwerer wiegt der Eindruck, dass ausgerechnet bei einer Weltmeisterschaft im Gastgeberland USA andere Maßstäbe gelten könnten. Das wäre leider ein weiteres Geschenk der FIFA an den Gastgeber, bezahlt mit der Glaubwürdigkeit des Verbandes, der Integrität des Wettbewerbs und der verbindenden Kraft des Fußballs.

Die FIFA muss jetzt transparent darlegen, wie diese Entscheidung zustande gekommen ist. Sollte politische Einflussnahme tatsächlich eine Rolle gespielt haben, braucht es Konsequenzen. Der Fußball lebt davon, dass für alle dieselben Regeln gelten, unabhängig von politischer Macht, wirtschaftlichen Interessen oder nationaler Bedeutung.